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Fallaci, Oriana

»Die Wut und der Stolz«

Roman

Originaltitel: »La Rabbia e L'Orgoglio«
Rizzoli, Mailand, 2001

Aus dem Italienischen von Paula Cobrace

176 Seiten – List Verlag, München, 2002, EUR 18,00

ISBN: 3471775587

Die Wut und der Stolz …

… waren es, die die italienische Grande Dame scandaleuse des Journalismus dazu bewogen, sich aus dem langjährigen, selbst auferlegten Schweigen im Manhattaner Exil zu erheben. Sich zu erheben wie ein Phoenix aus der Asche schickt sich die krebskranke Fallaci mit ihrem neuem Buch an, dem Islam den Kampf anzusagen.

Mit dieser großen und äußerst provokanten Streitschrift gegen den Islam und das Phlegma des Westens in Zeiten des Fundamentalismus trifft sie aber auch auf viel Unverständnis. In Frankreich steht sie wohl wegen Rassismusvorwürfen in diesem Buch vor Gericht. »Die Wut und der Stolz« ist in Italien zum Mega-Bestseller geworden, weil es radikal und polemisch ist und weil es dazu zwingt, auf neue Weise auch über die Identität des Westens nachzudenken.

Um es gleich vorweg zunehmen: Für feingeistige Gemüter ist »Die Wut und der Stolz« sicherlich nichts. Das hier ist eine Kampfschrift. Kein Ärzteroman. Hier geht es hart zur Sache. Fallaci knallt dem Leser ihre kurzen, harten Sätze nur so um die Ohren. Hinter jedem dritten Satz ein Ausrufezeichen. Kein Satz gerät zu lang. Mit langen Reden hat eine Frau wie die 79jährige Fallaci keine Zeit zu vergeuden. Und so wundert es auch nicht, wenn das Buch nach 190 Seiten auch schon wieder zu Ende ist. Denn Fallaci hat auf diesen 190 Seiten alles gesagt, was sie zu sagen hat. Und was sie sagt ist provokant genug: Alle wichtigen Politiker nimmt sie durch, die EU, die USA, die westliche Welt im Allgemeinen und den kleinen US und EU-Bürger im speziellen – ganz besonders den Durchschnittsitaliener und seinen kulturellen, historischen Background. Und weist ihnen allen nach, dass sie sich vor der Gefahr des Islams auf die westliche Welt verschließen würden. Vom Islam selbst sagt sie, dass es sich »nicht um ein paar Spinner« handelt, sondern dass es Millionen fanatische Muslime seien. Und eben die haben ihrer Meinung nach nur eins im Sinn: Den Westen, diesen verhassten, nicht-islamischen Teil dieser Welt, zu bekehren oder zu vernichten. Ganz so, wie es der Koran sagt. Fallacis rot eingebundenes Buch ist das flammende Schwert von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, von Demokratie und Kapitalismus im Kampf gegen den Islam. Ja, Kapitalismus, nicht, wie man bei Fallaci vermuten sollte Kommunismus.

Man darf nicht unerwähnt lassen, dass Fallaci dieses Buch im wesentlichen in den ersten Wochen nach dem 11. September 2001 geschrieben hatte. Zu jener Zeit war die in New York lebende Fallaci selbst live Zeuge des unvorstellbaren Hasses geworden, den die islamische Welt auf den Westen hat.

Ihre letzten Worte sind: »Jetzt ist Schluss. Punkt und Schluss.«

[StG]

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