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Frankfurter Buchmesse 2002

  • IN KÜRZE

  • größte Buchmesse der Welt

  • Eröffnung: 8. Oktober 2002, 17 Uhr

  • Start: Mittwoch, 9. Oktober 2002

  • Ende: Montag, 14. Oktober 2002

  • Themenschwerpunkt 2002:
    »Bridges for a World Divided«

  • www.frankfurter-buchmesse.de

 

Jedes Jahr: Die Buchmesse, Frankfurt

110 Länder auf diesem Globus sind dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Über 6.200 Aussteller  und 150.000 Fachbesucher bilden mit 390 Agenturen und Rechtehändlern den weltgrößten Handelsplatz für Rechte und Lizenzen.

Hier wird feilgeboten, was zu Hause produziert wird: rund 400.000 Titel, davon 100.000 Neuerscheinungen zeigt man sechs Tage lang den Geschäftspartnern und am Wochenende den Besuchern.

Das Treiben an diesem jährlichen zentralen Treffpunkt ist immer ein auch kulturelles Ereignis. Ein umfangreiches Rahmenprogramm, über 2.600 Kultur- und Fachveranstaltungen, Vorstellung der Autoren und vieles mehr befriedigen die rund 10.000 Journalisten ebenso wie die rund 250.000 Besucher.

Die Buchbranche in der Krise?

Doch so prächtig das Spektakel sein wird, so schlecht geht es der Frankfurter Buchmesse. So ging die Zahl der deutschen Aussteller, die im Jahr 2000 noch bei 2.601 lag, schon 2001 auf 2.472 Aussteller zurück.

 

Und dieses Jahr ist es noch schlimmer: Nur noch 2.084 deutsche Aussteller sind präsent. Das schlägt sich auch in den Besucherzahlen nieder. So verzeichnete man schon im letzten Jahr über 43.000 Besucher weniger als im Vorjahr (302.897 Besucher).

Woran liegt das? Zum einen geht die Zahl der Neuerscheinungen von Jahr zu Jahr zurück. Statt über 91.000 noch im Jahr 2000 sind es dieses Jahr nicht einmal mehr 79.000. Schreiben die Autoren plötzlich weniger? Oder ist die Qualität so schlecht, dass es lieber erst gar nicht veröffentlicht wird? Oder fehlt das Geld? Volker Neumann, Direktor der Frankfurter Buchmesse nennt als eine Ursache in seiner Vorschau-Pressekonferenz am 12.09.2002 »fundamental geänderte gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen« und malt ein düsteres Bild: »Wir sehen uns einer Flut von Entlassungen gegenüber, und manch ein kleinerer Verlag oder traditionsreiche Buchhandlungen musste in den vergangenen Monaten den Betrieb einstellen.«

Doch für sinkende Besucherzahlen und Ausstellerzahlen hat Neumann noch einen anderen Schuldigen ausgemacht: Die Frankfurter Hotels. Nach seiner Berechnung besorgt die Buchmesse den Frankfurter Hotels fast 250.000 Übernachtungen. Da findet er es unverständlich, wenn die Hotels mit hohen Übernachtungs-Preisen Aussteller und Besucher verprellen.

Gastland Litauen:  ja – Estland und Lettland: nein

Litauen hat mit 3,7 Millionen etwas mehr Einwohnern als Berlin und ca. 300 Autoren sind dem Schriftsteller-Verband angeschlossen. Estland und Lettland sind trotz Einladung Frankfurts nicht dabei. Warum?

Was Neumann nicht auf seiner Vorschau-Pressekonferenz erwähnte, ist, dass man eigentlich gerne drei Gastländer gesehen hätte: Eingeladen waren neben Litauen auch Lettland und Estland. Die Vorsitzende des Lettischen Verlegerverbandes, Anita Rožkalne, hatte das Angebot zur Teilname an der Messe jedoch mit der Begründung abgelehnt, dass der Verlegerverband nicht über die ca. 540.000 notwendigen Euro verfüge, um seine Bücher in einem so großen Rahmen zu präsentieren. Man habe sich keinen finanziellen Gewinn erhoffen können. Der Vorsitzende des Lettischen Schriftstellerverbandes, Valdis Rūmnieks, fällt darauf hin erstmal aus allen Wolken. Was für eine verpasste Chance! Die ganze Angelegenheit schaukelt sich zum Skandal hoch und endet mit der Nichtteilnahme Lettlands. Und auch Estland kann sich die Teilnahme nicht leisten, da man 2002 mit entsprechendem finanziellen Aufwand bereits den Grand Prix d'Eurovision ausrichte. »Bridges for a World Divided« ist wohl mehr eine Zukunftsvision. Ungeachtet dessen verkündet Neumann auf der Vorschau-Pressekonferenz, sich auf das Gastland Litauen zu freuen, »das einen kulturellen und literarischen Wirbel entfachen wird, der weit über das hinausgeht, was die geografische Größe des Landes vielleicht vermuten ließe.« Wie Neumann das genau gemeint hat, das mit dem »kulturellen und literarischen Wirbel«, das hat er dann auch nicht weiter ausgeführt.

[StG]