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lit.COLOGNE 2003
Dann eben ohne die Säckel der Stadt
Volker Maria Neumann sprach mit lit.COLOGNE-Programmleiter Rainer Osnowski. Ein Blick ins diesjährige Programm der lit.COLOGNE mag manchen verwundern. Georges Simenon ist angekündigt, Kurt Cobain, Carson McCullers und sogar – Shakespeare. Wo sind die literarischen Schwergewichte, die – da noch nicht verschieden – in persona aus ihren Texten werden lesen können, wie Djian oder Houellebecq im letzen Jahr?
Nicht gar so entspannt scheint die Lage beim Thema Finanzen. Das Team der lit.COLOGNE ist von Anfang an den Weg über Sponsoren gegangen, um nicht von öffentlichen Geldern abhängig zu sein. Sehr weise, diese Entscheidung, wie sich spätestens jetzt herausstellt: Die Säckel der Stadt sind leerer als leer – und bei der Kultur spart man in Köln bekanntlich lieber als beim Brauchtum. Mit der städtischen Kulturdezernentin sei man hochzufrieden, konstatiert Osnowski, die Zusammenarbeit mit der Stadt könne aber – vor allem im logistischen Bereich und bei der Vermittlung von Sponsoren – noch erheblich besser sein. Sie sollte besser sein. Denn das Konzept der Veranstalter hat sich schon jetzt mit enormem Publikumszuspruch etabliert. Und das haben dann auch andere gemerkt. Hamburg, so hört man, hat Interesse angemeldet. Auch Messe-Stadt Frankfurt/Main sucht Vergleichbares fürs Frühjahr. Doch noch wiegelt Osnowski, im Selbstbekenntnis »überzeugter Kölner« ab: »Das Kölner Publikum ist wie geschaffen für ein Literaturfest – was ganz Besonderes eben …« Bleibt zu hoffen, dass es so bleibt. Weitere Informationen: |
Besprochene Autoren Baumung, Bodo Bayer, Thommie Beigbeder, Frédérick Bohlen, Dieter Buschheuer, Else Dückers, Tanja Duve, Karen Fallaci, Oriana Goosen, Frank Houllebecq, Michel Jenny, Zoë Kracht, Kristian Kramp, Ralf Krampitz, Karsten Nickel, Eckhart Stuckrad-Barre, Benjamin von Triebel, Mathias Walser, Martin Willemsen, Roger |