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litsal.de bookinfo Pfabigan (Hrsg.), Alfred Gottes verbotene Worte. Was die Bibel verschweigt Sachbuch, 430 Seiten Eichborn AG, Frankfurt/M., 2000 EUR 20,90; gebunden ISBN: 3821816392
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litsal.de | Rezensionen | Alfred Pfabigan (Hrsg.) – Gottes verbotene Worte. Was die Bibel verschweigt
Alfred Pfabigan (Hrsg.), Gottes verbotene Worte. Was die Bibel verschweigt Es war aber Lebuda sehr schön
Alfred Pfabigan, Professor für Kulturwissenschaften und Philosophie in Wien, hat sich die lobens- und lohnenswerte Mühe gemacht, zu sammeln, was die Kirche aus gutem Grund verschweigt, zu sammeln, was nicht den Weg in die Bibel fand. Um die Abtrünnigen gleich zu enttäuschen: Pfabigans Werk ist keine bewusst anti-kirchlich motivierte »Gegen-Bibel«, keine Schmähschrift, keine Häme. Die »Andere Bibel« ist vielmehr ein reicher Stellenfundus, ein hochinteressantes und erhellendes Lesebuch sowie ein zitierfähiges Studienbuch. Ein sorgsam recherchiertes Dossier mit Quellen-, Literatur- und Siglenverzeichnis und eine in die Texte eingefügte Konkordanz zur Bibel ermöglichen dem geneigten Leser ein profundes Eintauchen in die Tiefen und Untiefen biblischer Sprache und biblischer Anschauung. Das Vorwort des Herausgebers klärt einige Grundbegebenheiten der Entstehungsgeschichte der Bibel und damit auch den Stellenwert von »Gottes verbotene Worte«: Was immer die Überlieferung aus der Zeit vor und nach Christi an hebräischen, griechischen und arabischen Texten anschwemmte, wurde auf dem Konzil von Trient im Jahre 1545 endgültig in Spreu und Weizen getrennt. Hier bestimmte die Römisch-Katholische Kirche abschließend den Inhalt der uns heute gebräuchlichen Bibel mit den Schriften des Alten und des Neuen Testamentes. Einzig einige Lutherbibeln drucken zwischen den beiden Testamenten einige so genannte Apokryphen ab; dies sind zum Großteil Schriften, die das erwähnte Konzil auf eine Art Index setzte, das Gelasianische Dekret, und aus der Bibel strich. Und was in diesen Apokryphen zutage gefördert wird, erübrigt zumeist die Frage nach dem Grund der Verdammnis aus der »offiziellen« Bibel: Schon die Schöpfungsgeschichte, in kanonischer Form bekannt aus der »Genesis«, bekommt im »Buch Ephraim« an vielen Stellen eine empfindlich andere Richtung. Nach dem Südenfall etwa, der auch hier die umgehende Vertreibung aus dem Paradies zur Folge hat, redet Gott nichts vom Schweiße im Angesicht mit dem Adam fortan sein Brot zu erwerben habe und auch nichts von höllischen Geburtsqualen für Eva, – im Gegenteil tröstet Gott die beiden und verspricht in Bälde die Entsendung des Messias, der ihnen den Weg zurück zum Paradies weisen soll. Der »Genesis« zufolge tötete Kain seinen Bruder Abel, weil Gott dessen Opfer angenommen, seines aber verschmäht hatte. Das »Buch Ephraim« erzählt zusätzlich die folgende Pikanterie: Kain und Abel waren je mit Zwillingsschwestern auf die Welt gekommen. Kain mit Lebuda und Abel mit Kalimat. Als die vier geschlechtsreif waren, bestimmte Eva die Paarung im Kreuzverhältnis. »Es war aber Lebuda sehr schön«, heißt es lapidar, und Kain lockte seinen Bruder aufs Feld, wo er ihn erschlug, um Lebuda »erkennen« zu können. Die beiden buhlten also nicht um die Gunst Gottes, sondern um das geilere Weib. Das »Evangelium nach Thomas dem Israeliten« erzählt von dem, was die kanonisierten Schriften merkwürdig einstimmig vermissen lassen: die Kinderjahre Jesu Christi. Laut Thomas muss der kleine Jesus ein unerträgliches Kind gewesen sein, altklug, naseweiß und durchaus grausam. Knaben, die ihn beim Spiel störten, stauchte er mit gezielten Verfluchungen so zusammen, dass sie postwendend tot umfielen. Einmal tötete er im Zorn einen Jungen, der ihn »achtlos an die Schulter stieß«. Jesus als rachsüchtiger Mörder! Auch verschliss er mehrere Lehrer, die ob der Arroganz des Jungen an ihrem Beruf verzweifelten. Der christlichen Marienverehrung gibt das »Bartholomäus-Evangelium« eine ungewöhnliche Spitze. Denn obwohl ihre Jungfräulichkeit unverhohlen bezweifelt wird, so verehren die Apostel Maria doch dafür, dass mit ihrer Empfängnis des Herrn nach Evas schändlichem Fehltritt mit dem Apfel nun »die Würde der Frauen wiederhergestellt« sei. Das »Evangelium nach Barnabas« schließlich setzt den Abweichungen vom kanonisierten Schriftgut der Bibel die Krone auf, indem Jesus Christus sich selbst zum reinen Propheten degradiert, der die Ankunft eines ganz anderen Messias weissagt: die Ankunft Mohammeds. Alfred Pfabigan (Hrsg.) - Gottes verbotene Worte. Was die Bibel verschweigt bei amazon.de bestellen Weitere Rezensionen: –
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