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Beigbeder, Frédéric

Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause

Roman, 95 Seiten

Rowohlt Verlag GmbH, Reinbeck, 2001

EUR 10,00; gebunden

ISBN: 349923095X

 

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litsal.de | Rezensionen | Frédéric Beigbeder – Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause

 

Frédéric Beigbeder, Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause

Vom Dreschen von Phrasen

Frédéric Beigbeder – Memoiren eines Sohnes aus schlechtem Hause Ein Roman will es sein – und damit fängt die Lüge auch schon an, denn das ist es ganz gewiss nicht, dies neue alte Buch des französischen Buchstaben-Stars Beigbeder.

Die »Memoiren« stammen aus dem Jahr 1990; nach dem Sensationserfolg von »39,90« musst schnell nachgelegt werden. Das wäre ja auch nicht weiter verwerflich, wenn das Nachgelegte nicht von – ja, wovon handelt es eigentlich? Marc Marronier fällt mir ein. Marc Marronier plaudert über Marc Marronier. Er plaudert im Habitus eines nihilistischen Verklärers über die Farbe seiner Socken und die Anzahl seiner Frauen, seiner Semester, seiner Nasen. Jawohl: Nasen. Plural. Denn Marc Marronier hat zwei davon ... und also eine ausgemachte Morphopsychose. Was uns das sagen will? Lesen wir weiter: Vom Leben geht die Rede. Und davon, dass die Welt eine House-Platte geworden war, und Marc Marronier vergessen hatte, wer der DJ war. Aha. Gerne bezeichnet Marc Marronier sich und seinen pubertären Gossengenossen als »spöttische Heuchler« (Jack Kerouac), – ganz Dandy, rachitisch und postmodern. Wie passend, die Anleihe. Und alles das für Sätze wie: »Die spöttischen Heuchler zogen die entspannende Sinuskurve dem flachen Elektrobeat vor.«

Ein Phrasendrescher, ein Sprücheklopfer, dieser Beigbeder, pointengeil und plattitüdensicher. Verzeihung: Ein großartiger Drescher und Klopfer. Denn darauf versteht er sich. Er drischt und drischt und klopft und klopft vergisst doch glatt – etwas zu erzählen, oder zumindest etwas zu sagen. Denn alles Gesagte mündet wie stilistisch automatisiert in sein Gegenteil. Sicherer ist das, in Fragen des Stils, des Inhalts zumal, außerdem sehr französisch und also irgendwie elegant.

Wovon das Buch eigentlich handelt? Hm. Hab’s vergessen.

Volker Maria Neumann

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39,90 - Neununddreißigneunzig

 

 

   

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Frédéric Beigbeder

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