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Kracht, Nickel

Ferien für immer

Roman, 195 Seiten

Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1998

EUR 17,90; gebunden

ISBN: 3462027085

 

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litsal.de | Rezensionen | Nickel Kracht – Ferien für immer

 

Nickel Kracht, Ferien für immer

Wenn Kracht und Nickel eine Reise machen

Nickel Kracht – Ferien für immer Christian Kracht und Eckhart Nickel haben sich zusammen auf die Reise gemacht. Das Ziel: Die angenehmsten Ort der Welt zu entdecken. Gewidmet haben die Autoren dieses Buch »den großen Reisenden, die es besser gemacht haben.« Dabei wäre das eigentlich gar nicht nötig gewesen …

»ferien für immer« – das klingt ein bisschen wie eine Überschrift im »Focus«. Oder in der »Impulse«. Das Aussteiger-Programm für Führungskräfte im mittleren Management. Aber »ferien für immer« ist kein Sabattical Manual. Und auch kein Hippie-Manifest. Nein, »ferien für immer« ist keines von beidem. Vielmehr ist es ein Reisebericht. Etwas ganz altmodisches also. Moritz von Uslar nennt das im Vorwort »poetisch« und »maniriert«. Und hat sehr recht damit.

In der Tat – wenn man Kracht und Nickel zunächst nach Asien folgt und ein paar Seiten später ihren Erzählungen über das Café Odeon in Zürich lauscht, dann mag einen schon die Reiselust packen. Einmal um (fast) die ganze Welt geht es, und überall sammeln Kracht und Nickel kleine Anekdoten. Wer sich schon mal in diesem oder jenem Hotel daneben benommen hat oder wo das Bier am Besten schmeckt. Das Ganze präsentieren sie mit einem Kunsttrick: In der Tradition alter Reise-Erzähler nehmen sie »den Reisenden« oder »den Passagier« mit auf die Reise. Möglich war diese Konstruktion wohl nur durch ein Zusammentreffen von Kracht und Nickel – erinnert die Sprache doch eher an »Was ich davon halte«, als an »faserland«. Offenbar hat die manirierte Erzählweise aber auch bei Kracht Anklang gefunden: »1979« klingt bisweilen ebenso maniriert.

»unbedingt vermeiden«

Nun sind Kracht und Nickel, beide Jahrgang 1966, zwei nicht gerade brave Buben, auch wenn sie oft danach ausschauen. So überrascht es kaum, am Ende das Kapitel »unbedingt vermeiden« zu finden. Da wird vor ganz Griechenland gewarnt, vor der Domenikanischen Republik und vor Afghanistan (zu teuer, zu trocken, zu gefährlich) oder etwa dem Sudan. Und natürlich vor der »Ex-DDR« (Kracht im Jungle World Interview: »Ja, aber die im Osten swingen die ganze Zeit. Das ist ein Swinger-Land.«).

Schlusswort

Dem Leser sei die Empfehlung an die Hand gegeben, sich schleunigst samt »ferien für immer« in den nächsten Zug nach Westerland zu setzen, im Café Orth die von der Besitzerin eigens geschnittene Friesentorte bringen lassen und dann die Reportage über eben dieses Café lesen. Alternativ könnte der Reisewillige, das nötige Reisebudget vorausgesetzt, das Buch auch als Reiseführer an die Hand nehmen um den Spuren der beiden Herren zu folgen.

Stefan Gentz

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Nickel Kracht

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