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Márquez, Gabriel García
Erinnerung an meine traurigen Huren
Roman, 160 Seiten
Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2004
EUR 16,90; gebunden
ISBN: 3462034529
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litsal.de | Rezensionen | Gabriel García Márquez – Erinnerung an meine traurigen Huren
Gabriel García Márquez, Erinnerung an meine traurigen Huren
Erinnerung an meine traurigen Huren
Elke Heidenreich fand diesen Roman in der »FAZ« an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten und verbannt ihn in die "Reihe der Altherrenfantasien". Als reichleich abgeschmackt beschreibt Gustav Seibt in der »SZ« diesen Roman von Gabriel Garcia Marquez über einen 90-jährigen "versauten, dreckigen alten Bock" und Iris Radisch meint in der »Zeit« nur einen in jeder Hinsicht kleinen Roman zu erkennen. Doch ganz so schlecht ist dieses Buch des Literatur-Nobelpreisträgers Márquez nun auch wieder nicht.
Klappentext:
Aus dem Spanischen von Dagmar Ploetz. In »Erinnerung an meine traurigen Huren« erzählt Gabriel Garcia Marquez eine Geschichte über die Liebe, das Alter und den Sinn des Lebens. Zu seinem 90. Geburtstag macht sich der Ich-Erzähler, der bis dahin nur käufliche Liebe gekannt hat, ein Geschenk, das ihn das Alter vergessen lassen soll: eine Nacht mit einer Jungfrau. In dieser Nacht und in vielen folgenden Nächten wird er verzaubert die schlafende Schöne betrachten und zum ersten Mal in seinem Leben Liebe empfinden.
Mit genau 514 Frauen hat er in seinem Leben bislang geschlafen. Buch führte er darüber, seit er mit dreizehn von jenem unentrinnbaren Zwang geknechtet wurde. Und bezahlt hat er sie alle, ob sie es wollten oder nicht. Der Erzähler schildert emotionslos den Status quo seines Daseins kurz vor seinem neunzigsten Geburtstag. Journalist ist er und allein stehend, ein Einzelgänger, der es gewohnt ist, sein Geld im örtlichen Bordell auszugeben.
Für die Nacht seines neunzigsten Geburtstags will er sich einen besonderen Wunsch erfüllen: eine liebestolle Nacht mit einer Jungfrau. Rosa Cabarcas, die Besitzerin des Bordells, besorgt ihm eine Vierzehnjährige, die sie ihm zu Gefallen drapiert. Der alte Mann verbringt eine Nacht mit dem Mädchen ohne es zu berühren. Er tut nichts, als die Schlafende zu beobachten. Was ihm geschieht, ist ein Wunder: Zum ersten Mal in seinem langen Leben empfindet er Liebe.
Eine hinreißende Erzählung ist es, die Márquez hier vorlegt. Getragen von einer unsentimentalen Weisheit, von Einsicht und Trotzigkeit. Der Leser wird Zeuge ebenso vom Hauruck wie von der Gleichmut reifer Jahre. Viel kann man finden in diesem leisen Buch – und eines vor allem: den Hochgenuss bereichernder Lektüre.
Volker Maria Neumann
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Gabriel García Márquez
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