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litsal.de bookinfo Sarek, Stephan Selmas Schweigen Roman, 191 Seiten Rake Verlag, Kiel, 2003 EUR 9,90; Taschenbuch ISBN: 3931476642
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litsal.de | Rezensionen | Stephan Sarek – Selmas Schweigen
Stephan Sarek, Selmas Schweigen Von Schafen und anderen Irren
Die Titelgeschichte, eine moderne Fabel, gibt dem Band die Richtung: Das Schaf Selma wagt sich durch ein Loch im Zaum aus ihrer Welt hinaus, trippelt staunend über eine Berg hinweg, gelangt zu einem Schlachthof, eilt in Todesfurcht zurück und schweigt sich gegenüber ihren Artgenossen aus – die Hölle habe sie gesehen, nichts als Feuersbrunst, es sei besser auf der Weide zu bleiben; die Ruhe im Paradies mag Selma nicht stören. Das, worüber auch in den anderen Geschichten dieses höchst unterhaltsamen Bandes geschwiegen wird, ist ein bisschen eben dies: die eigene Blödheit, die man zu gerne ausblendet. Sareks Ideenreichtum erfindet Gestalten, die von jener bemitleidenswerten Komik sind, die alles um sich herum in den Strudel der Absurdität zieht. Zwei Ostberliner, die seit dreizehn Jahren ihren wöchentlichen Herrenabend bei McDonald’s verbringen und dann das unglaubliche Wagnis eingehen, im Restaurant bei Karstadt einzukehren. Ein alleinstehender Volltrottel, der sich mit seinem Hund namens Finanzministerium zu einem Blind-date begibt und statt in die Arme einer schönen Frau in die Fänge der Rosenmaffia gerät. Ein vermeintlicher Zwischenfall an der ehemals innerdeutschen Grenze, der Spione, BND und CIA auf den Plan ruft und wie nebenbei zum Zusammenbruch der DDR führt. Ein alter 68er, der aus Angst um sein Erbe zum Adolf Hitler wird, um seinen geistig umnachteten Vater von der Idee abzubringen, sein gesamtes Vermögen dem deutschen Volk zu vermachen. Stellenweise hart am Klamauk, überwiegend aber bitterböse und treffsichere Satire! Stephan Sarek - Selmas Schweigen bei amazon.de bestellen Weitere Rezensionen:
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